Gospodarczy bilans zjednoczenia Niemiec po dwudziestu latach. Część II

  1. Izabela Wróbel

Abstract

Die wirtschaftliche Bilanz der Wiedervereinigung Deutschlands nach 20 Jahren. Teil II

Den Prioritäten beim Aufbau Ostdeutschlands lag am Anfang die These zugrunde, dass die Wiederherstellung oder der Aufbau von Kommunikationsverbindungen zwischen beiden Staatsteilen zum schnelleren wirtschaftlichen Zusammenwachsen der westlichen und östlichen Bundesländer führen wird. Auch bei anderen Vorhaben im Bereich der wirtschaftlich-sozialen Infrastruktur hat man über ihre Schlüsselbedeutung für die Entwicklung allgemeindeutscher Wirtschaft gesprochen. Das Ziel des zweiten Teiles des Aufsatzes ist daher die Erfolge in der Gestaltung neuer Erscheinung des wiedervereinigten Deutschlands anhand einiger Infrastrukturprogramme und Projekte zu schildern (Verkehrsprojekte Deutsche Einheit, Stadtumbau Ost, Stadtumbau West, Städtebaulicher Denkmalschutz) und den Versuch zu wagen, die bisherigen Ergebnisse des Prozesses der wirtschaftlichen Konvergenz zu beurteilen. Nicht zu vergessen bleibt jedoch dabei, dass jede Beurteilung gewissermaßen subjektiv ist und die ausgelegten Ergebnisse mal für Verlust, mal für Erfolg gehalten werden können. Entscheidend ist hier die Einstellung des Wissenschaftlers den einzelnen Elementen des Gegenstandes gegenüber, das analysiert und ausgelegt wird.
Die Untersuchung der aktuellen ökonomischen Lage neuer Bundesländer ergab, dass die Änderungen in der ostdeutschen Wirtschaft nach der Wiedervereinigung 1990 eines Systemcharakters waren und mit einem tiefen und allseitigen Umbau ihrer rechtlich-institutionellen Rahmen, der Eigentumsverhältnisse, der Mechanismen und Bedingungen der Tätigkeit öffentlicher und privater Wirtschaftssubjekte, der Produktionsstruktur, sowie des Exportes und Importes verbunden waren. Makroökonomisch gesehen, widerspiegelt sich der Umfang dieser Änderungen am deutlichsten in den Faktoren: Landesprodukt brutto pro Einwohner oder die Gehälter und Löhne brutto pro Arbeitnehmer. In diesem Bereich sind die mit der Wiedervereinigung verbundenen Vorteile offenkundig und objektiv, obwohl die Frage nach ihrem Ausmaß und Tempo, mit welchem sie erreicht werden, immer noch aktuell bleibt. Unter Beachtung diverser Aspekte des wirtschaftlichen Aufholeffektes im wiedervereinigten Deutschland ist festzustellen, dass seine Ergebnisse nicht eindeutig sind. Es gibt dadurch keine Grundlagen um behaupten zu können, man hat die vor 20 Jahren vorgenommen Ziele realisiert, es gibt aber auch keine Grundlagen für die Behauptung, die damaligen Visionen und Pläne hätten eine Niederlage erlitten.
Abgesehen davon liegt das heutige Ostdeutschland den „blühenden Landschaften“ näher als dem Süden Italiens, mit dem es der ehemalige Kanzler Helmut Schmidt und einige Forscher dieser Problematik vor einigen Jahren verglichen haben. Vielmehr hatte Ostdeutschland 2009 Glück im Unglück — es wurde durch die wirtschaftliche Rezession weniger getroffen, als die alten Bundesländer. Die größere Widerstandsfähigkeit des Ostens gegen die Krise basierte auf der größeren Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen an der Wirtschaft, die auf die ungünstigen Änderun- gen elastischer reagieren konnten. Die ostdeutsche Wirtschaft war darüber hinaus von dem Export nicht abhängig. Das gelungene Zusammenwachsen beider Teile Deutschlands ist am Beispiel der Renovation und des Ausbaus der Transportinfrastruktur sowie an dem Umbau der Städte zu sehen, der darauf ausgerichtet war, alte Probleme zu lösen und neuen Bedürfnissen entgegenzukommen. Die Verbindung und Erweiterung von Kommunikationswegen sowie die städtebaulichen Maßnahmen, die ähnlichen Zielen dienen und mit ähnlichen Methoden und Mitteln erreicht werden sollten, führten dazu, dass sich Osten und Westen sowohl im Hinblick auf die zwischenmenschlichen Kontakte, als auch auf die Lebens- und Arbeitsqualität sowie das städtische und das Gemeindeimage einander genähert haben. Die infrastrukturellen Programme gaben sehr gute Ergebnisse und können als Erfolge bezeichnet werden. Dem Wiederaufbau Ostens sollten jedoch aktuell andere Prioritäten vorschweben als Anfang der 1990er Jahre. Wenn damals der Aufbau moderner und funktioneller Infrastruktur von erstrangiger Bedeutung war, bilden die globale Konkurrenz mit ihrem Bedarf an innovativen Unternehmen und Produkten, die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt und die Probleme, die mit dem demographischen Wandel verbunden sind, die heutigen Herausforderungen, denen sich ganz Deutschland und insbesondere die neuen Bundesländer zu stellen haben.

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Niemcoznawstwo

19, 2011

Pages from 105 to 120

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