Czasopisma Naukowe w Sieci (CNS)

OD MARKI ZACHODNIONIEMIECKIEJ DO WSPÓLNEJ WALUTY EUROPEJSKIEJ – REPUBLIKA FEDERALNA NIEMIEC WOBEC INTEGRACJI WALUTOWEJ W EUROPIE

  1. Izabela Wróbel

Abstract

VON DER DEUTSCHEN MARK BIS ZUR GEMEINSAMEN EUROPÄISCHEN WÄHRUNG – DIE BRD ANGESICHTS DER WÄHRUNGSINTEGRATION IN EUROPA

Am 1. Januar 2009 hat die Europäische Union den zehnten Jahrestag eines der wichtigsten und schwierigsten Integrationsprojekte – der Einführung der gemeinsamen europäischen Währung in elf Mitgliedstaaten – gefeiert. In diesem Zusammenhang wird zwei Daten besondere Bedeutung beigemessen: Am 1. Januar 1999 wurden die Umtauschkurse in elf „betroffenen“ Ländern fi xiert, wodurch man die dritte Etappe der Gründung einer Wirtschafts- und Währungsunion in die Wege geleitet hatte, und am 1. Januar 2002 gelangten in zwölf Staaten Euroscheine und -münzen in die Geldbörsen der Bürger. Unter den Forschern und Kommentatoren des öffentlichen Lebens herrscht die Meinung vor, dass der Euro in den zehn Jahren seines Bestehens einen spektakulären Erfolg verbucht habe. Diese Ansicht teilen selbst diejenigen, die ihm einst Skepsis entgegengebracht und den baldigen Untergang der Wirtschafts- und Währungsunion prophezeit haben. Im Kontext heutiger Analysen, Bilanzen und Lobeshymnen darf allerdings die Tatsache nicht aus den Augen verloren werden, dass die gemeinsame europäische Währung auf den Grundlagen des bundesdeutschen Monetarsystems Gestalt angenommen hat.
Der vorliegende Beitrag setzt sich zum Ziel, Methoden und Ergebnisse dieses spezifi schen „Exports“ westdeutscher Währungslösungen in die übrige Europäische Union unter die Lupe zu nehmen – also anders ausgedrückt, es wird eine Antwort auf die Frage gesucht, wie hoch der Anteil der Deutschen Mark im Euro sowie der Visionen und Konzepte deutscher Politiker und Wirtschaftsmanager in der ganzen Wirtschafts- und Währungsunion in Wahrheit ist. Es ist zugleich eine Frage danach, welche durch ihre eigene nationale Währung versinnbildlichen Prinzipien und Werte die Deutschen einerseits zugunsten Europas haben aufgeben müssen und welche von ihnen sie andererseits dem Euroland aufgezwungen haben. Dem gesellt sich noch die Frage nach der wirklichen Rolle der Bonner und dann Berliner Diplomatie im Kreise der EU-Staaten und nach ihrem Einfl uss auf die Gestalt des modernen Europa und das den nachfolgenden Generationen hinterlassene Erbe zu. Als nicht minder relevant erscheint das Problem der Einstellung der deutschen Bürger zur Europäischen Währungsunion – damals vor zehn Jahren und heute. Aus dieser zeitlichen Perspektive lassen sich die ersten Urteile über die Effektivität der getroffenen Maßnahmen und die Treffsicherheit der einschlägigen Voraussagen deutscher Politiker sowie über die Veränderungen im Bereich der Akzeptanz des Euro in der bundesrepublikanischen Gesellschaft bilden, deren Einstellungen bekanntlich den besten Maßstab für die Wichtigkeit kühner Integrationsprojekte abgeben.
Als Ausgangspunkt der Betrachtungen fungiert die Erinnerung daran, was die Deutsche Mark für die Deutschen bedeutet hat und unter welchen Umständen sie auf sie haben verzichten müssen. Ins Gedächtnis zurückgerufen wird bei dieser Gelegenheit auch die Rolle der DM für die internationalen Finanzmärkte. Daraufhin folgt ein Streifzug durch die Grundprinzipien der Wirtschafts- und Währungsunion, wobei auch der Beitrag verschiedener Politiker und Wirtschaftsexperten zu ihr zur Sprache gebracht wird. Im Artikel ist darüber hinaus von der Sicht der Mitglieder des Kabinetts Helmut Kohl, die das Fundament zur Wirtschafts- und Währungsunion gelegt haben, und der Regierung Angela Merkel auf die europäische Währungsreform die Rede. Ein separater Blick gilt der Ansicht der deutschen Bürger, die sich zunächst unter die größten Skeptiker gegenüber der gemeinsamen Währung eingereiht haben und heute, nach zehn Jahren, zu deren enthusiastischsten Befürwortern zählen.
Wie aus den Meinungsumfragen und Kommentaren in der deutschen Presse erhellt, hat der Euro die Deutschen im wahrsten Sinne des Wortes in seinen Bann geschlagen, obwohl sie im Vorfeld die größten Konzessionen machen zu müssen glaubten. Nachdem sich aber herausgestellt hat, dass der Euro die Tradition der Deutschen Mark fortsetzt, hat sich auch die Einstellung der Bürger zwischen dem Rhein und der Oder zum Positiven gewendet. Der Beitrag deutscher Politiker und Wirtschaftsleute zum Aufbau der Wirtschafts- und Währungsunion kann nicht hoch genug geschätzt werden. Man kann sogar die Behauptung wagen, dass sie sie von Anfang an designt haben – und zwar von der Idee eines auf der Deutschen Mark basierenden Europäischen Währungssystems und des Europäischen Währungsinstituts als Vorgänger der Europäischen Zentralbank über das Konzept der Europäischen Zentralbank als Kristallisationspunkt der Wirtschafts- und Währungsunion, des Wortlauts der Schlüsselbestimmungen des Vertrags von Maastricht und des Statuts der Europäischen Zentralbank, den Entwurf des Stabilitäts- und Wachstumspakts, die Auffassung von Geld als Symbol von Macht, Stabilität, Wohlstand und Sicherheit bis hin zum Vorschlag für den Namen der gemeinsamen Währung und des Sitzes der Europäischen Zentralbank. Die Vertreter der damaligen deutschen Regierung haben vor allem aus dem mehrere Jahrzehnte umfassenden Fundus von einschlägigen Erfahrungen geschöpft und dabei versucht, ihn auch für andere Mitgliedsländer fruchtbar zu machen.
Dies wird dazu geführt haben, dass der Euro die Deutschen für sich gewonnen hat und selbst bei seinen bisherigen Gegnern auf Anerkennung gestoßen ist. Darauf kann seine Position als zweitwichtigste Weltwährung in der Nachfolge der Deutschen Mark zurückgeführt werden. Daher habe er – so die Meinung mancher – seine große Wegbereiterin im Herzen der Deutschen abgelöst und erfreue sich nach zehn Jahren größerer Beliebtheit als ihre Vorgängerin. Die letzte Konstatierung sollte nicht verwundern, wenn man die Tatsache vor Augen hat, dass bei der Gestaltung des europäischen Währungssystems auf die Erfahrungen zahlreicher Länder und das Wissen um die Währungspolitik gegen Ende des 20. Jahrhunderts zurückgegriffen worden ist. Bereits 2000 zeigt die Europäische Zentralbank deutlich, dass sie keine bloße Kopie der Deutschen Bundesbank sei, weil sie einen neuen Standard für das Zentralbanking kreiert habe. Der Euro selbst ist wiederum keine bloße Kopie der Deutschen Mark, er gilt als Symbol der Nachkriegsintegration auf dem alten Kontinent, und im Stolz der Euro-Länder manifestiert sich ihre wahre europäische Identität.

Produkt niedostępny

Ten artykuł

Niemcoznawstwo

17, 2009

Strony od 51 do 80

Inne artykuły autorów

Google Scholar

zamknij

Twoj koszyk (produkty: 0)

Brak produktów w koszyku

Twój koszyk Do kasy